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Den Fortschritt weiter vorantreiben

Erstellt von Jürgen Eichbauer | | 2. Bundesliga PRO (w)

Bei NawaRo Straubing setzt man auch im zweiten Jahr nach dem Neuanfang auf die Professionalisierung auf und abseits des Feldes.

Bei NawaRo Straubing setzt man auch im zweiten Jahr nach dem Neuanfang auf die Professionalisierung auf und abseits des Feldes. „Die Organisation muss mindestens eine Liga höher als die Mannschaft aufgestellt sein, denn nur mit einer gut strukturierten Geschäftsstelle und vielen helfenden Händen kann man seine Ziele erreichen“, erklärte Geschäftsführer Herbert Wittl nach Beendigung der letzten Saison.

 

Herbert Wittl bildet seit Anfang Juli ein Geschäftsführerduo mit Tobias Zollner, der im Gäuboden Land und Leute kennt und noch dazu sportaffin ist. Mit der Verpflichtung Zollners soll dem breiten Aufgabenspektrum Rechnung getragen werden und speziell die Bereiche Marketing & Sales angeschoben werden. „Wir sind mit dem Ist-Stand auf dem Partner- und Sponsorensektor zufrieden, aber ein bisschen mehr geht immer und würde uns selbstverständlich gut tun“, fügt Wittl an. Dass in den aktuellen wirtschaftlichen Zeiten niemand etwas zu verschenken hat, versteht sich von selbst und die Bemühungen dahingehend zu intensivieren macht auf jeden Fall Sinn.

 

Mittelgroßer Umbruch

Sportlich wurde ein mittelgroßer Umbruch vollzogen. Den Abgängen von Yina Liu, Lizzy und Nana Lobzhandizdze, Lorena Ilinca, Naomi Janetzke und Laura Berger stehen die Zugänge Julie Klimm, Nora Janka, Amber de Tant, Maia Rackel, Amit Kimel und Kalyn Hartmann gegenüber. Bei der Verpflichtung von Laura Berger - im Saisonendspurt 2024 - war bereits klar, dass sich die ehemalige Neuwiederin, nach Beendigung der Runde, mit großer Wahrscheinlichkeit, einem Erstligisten anschließen wird und Naomi Janetzke hatte Straubing bereits während der Saison verlassen.

 

„Es war unser Anspruch den Kader qualitativ zu verbessern und breiter aufzustellen. Selbstverständlich unter Einhaltung des vorgegebenen Budget-Rahmens. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere Gesellschafter, sowie Partner und Sponsoren. Dass uns die Mittel für den Kaderbau frühzeitig zugesichert wurden, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit“, sagt Rupert Hafner, der in Personalunion mit Bart-Jan van der Mark die sportliche Leitung bei den Gäubodenstädterinnen bildet.

 

Variable Ausrichtung

Rückkehrerin Amber de Tant wird nicht etwa auf ihrer angestammten Position auflaufen, sondern Jana Krause zur Libera „umgeschult“. Ihr Back-Up ist Charlotte Kerscher, „die sich im vergangenen Jahr gut entwickelt und hart, sowie fokussiert gearbeitet hat“, erörtert Bart-Jan van der Mark. Wenn es hart auf hart kommt, kann de Tant, die sich eine einjährige, berufliche Auszeit genommen hatte und nun wieder, laut eigener Aussage, richtig Lust „auf das neue NawaRo hat, sicherlich als Libero aufgeboten werden. „Denn gelernt ist schließlich gelernt“, sagt Rupert Hafner, wohlwissend, dass für die 26-jährige nicht nur eine Führungsrolle auf dem Feld vorgesehen ist.

 

Die beiden Zuspielerinnen Nora Janka und Julie Klimm verstehen sich blendend und die Rollenverteilung dürfte innerhalb das Duos ebenso vorgegeben sein. Janka ist, läuft alles nach Plan, gesetzt und Klimm soll von der Erfahrung ihrer Mitspielerin profitieren und möglichst viele Einsatzminuten bekommen.

 

Auf „Diagonal“ und im Mittelblock wird Englisch gesprochen, denn mit Kalyn Hartmann (Kanada) und Maia Rackel (USA) konnten zwei interessante Transfers getätigt werden. Die Referenzen lesen sich mehr als nur ordentlich und deshalb darf sich der Anhang am Peterswöhrd auf viel Qualität in den eigenen Reihen freuen. Apropos Qualität: ein Farbtupfer ist sicherlich auch Amit Kimel. In Isarael geboren und ebenso mit der österreichischen Staatsbürgerschaft ausgestattet kommt sie als aktuelle israelische Nationalspielerin zu NawaRo. „Wir sind mit unserem Team bislang sehr zufrieden. Die neuen Spielerinnen integrieren sich gut beziehungsweise wurden gut aufgenommen und die Stimmung in der Kabine ist positiv“, sagt Trainer Roland Schwab, der ebenfalls „neu“ ist. Schwab war Trainer und Sportdirektor beim österreichischen Volleyballverband – das Traineramt übt er weiterhin aus, den Sportdirektorposten hat er hingegen aufgegeben. „Alle drei Jobs wären nicht miteinander vereinbar gewesen. Ich bin den Verantwortlichen in Österreich sehr dankbar, dass mir diesbezüglich keine Steine in den Weg gelegt wurden“, sagt Roland Schwab, dessen „feine Handschrift“ schon zu erkennen ist.

 

Auf der Kommandobrücke fehlt bislang ein Co-Trainer, Till Vollhardt hat sich in seine Heimat verabschiedet und eine neue Herausforderung angenommen. „Wir danken Till für seinen Einsatz. Er hat viele Aufgaben übernommen und immer alles für den Klub gegeben“, sagt Herbert Wittl. „Wenn es passt, verpflichten wir einen Co-Trainer für Roland Schwab. Der gesuchte Kandidat muss nicht nur sportlich und menschlich, sondern auch finanziell in das Konzept passen“, erörtert Rupert Hafner, der auch weiterhin auf die Dienste des ex-internationalen Albertos Matias – in Bezug auf den Coaching-Staff - bauen kann.

 

Verlauf der Vorbereitung stimmt positiv

Die Heimsiege gegen den österreichischen Erstligisten PSV BG Salzburg (3:0) und gegen den Zweitligisten TV Planegg-Krailling (3:2) erfreuten das zahlreich erschienene Publikum und machten Lust auf das erste Heimspiel am 28. September gegen Dingolfing (19.00 Uhr). Bevor man jedoch das Derby in Angriff nehmen kann, steht am 21. September der Saisonauftakt in Hamburg an (15.00 Uhr).

 

Dass es noch ein paar Baustellen gibt, konnte man an den Ergebnissen vom vergangenen Wochenende ablesen. Das Turnier im schweizerischen Toggenburg hatte mit Gastgeber Toggenburg (1:3), Linz (2:2), Düdingen (0:4) und Lugano (0:4) starke Gegner zu bieten. „Wir haben uns in der Summe teuer verkauft. Dass man gegen solch spielstarke Gegner ab und an etwas Lehrgeld zahlt, ist völlig normal und gehört dazu. Aus Niederlagen lernt man sowieso in der Regel mehr“, sagt Roland Schwab.

 

Ziele

Als Zielsetzung hat man einen Platz unter den ersten fünf ausgegeben. „Oberste Priorität hat es, die Neuzugänge gut zu integrieren und dass die Eigengewächse weiterentwickelt, sowie eingebaut werden. Der Funke soll vom Feld auf die Zuschauerränge überspringen und Heimspiele ein Erlebnis für die ganze Familie bleiben“, sagt Bart Jan van der Mark. Dass rund um den Peterswöhrd eine Aufbruchsstimmung herrscht, konnte man bereits am Zuschauerzuspruch bei den Testspielen, sowie am Dauerkartenvorverkauf ablesen.

An der Sponsorenfront will man ebenso zulegen, erste Erfolge konnten bereits vermeldet werden. „Wir wollen nachhaltig arbeiten und Straubings hochklassigen Frauensport wieder verstärkt in den Köpfen der Leute verankern. Außerdem werden wir eine ansprechende Business-Plattform im Großraum Straubing und darüber hinaus sein“, erklärt Tobias Zollner abschließend.