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Ebersberg übertrifft sich selbst – Kettenbach/Mirtl und Kroha/Schlegel neue Bayerische Beachvolleyball-Meister

Erstellt von bvv_admin |

Als am späten Sonntagnachmittag der letzte Block durch Harry Schlegel gesetzt war erlebte man etwas Ungewöhnliches bei einer Bayerischen Beachvolleyball Meisterschaft. Es gab nur strahlende Gesichter. Auch die Verlierer in den Finals strahlten über beide Ohren genauso wie die Veranstalter von beach2go oder aber BVV Präsident Klaus Drauschke.

Sie hatten allen Grund dazu, denn alle hatten sich an diesem Tag selbst übertroffen. „Es war die beste Meisterschaft, die ich jemals in Ebersberg erlebt habe“, freut sich Klaus Drauschke. „So voll und so intensiv war es hier noch nie. So ein Gänsehautfeeling, wie hier am Sonntag kann man im Beachvolleyball in Deutschland nicht so oft erleben. Der Funke zwischen Spielern und Fans ist perfekt übergesprungen.“ Ebenfalls überglücklich war auch Barthel Spranger vom örtlichen Organisator beach2go: „Wenn dem Veranstalter bereits nach dem ersten Finale das Essen ausgeht, dann sagt das alles über die Veranstaltung“, erklärte Spranger. „Es war schön zu sehen, dass es keinen Sitzplatz mehr auf der Tribüne gab und die Zuschauer in mehreren Reihen standen.“ Bei beiden Finalspielen war der Klosterbauhof Ebersberg mit über 1.200 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Fans sahen zunächst ein einseitiges Finale bei den Frauen. Die Top-gesetzten Veronika Kettenbach/Marion Mirtl (AllgäuStrom Volleys Sonthofen) hatten vor einer Woche in Kempten ihre Top-Form wiedergefunden und spielten auch in Ebersberg groß auf. Sie dominierten ihre Matches fast nach Belieben. Nach dem Halbfinalerfolg gegen die Titelverteidiger Sonja Auer/Lisa Keferloher (SV Lohhof) ging es im Finale gegen das Überraschungsteam Nina Gleich/Romy Hagn (TV Kempten/SC Freising). Die beiden hatten sich über die Verliererrunde noch bis ins Finale vorgekämpft und vor diesem bereits zwei Spiele mehr in den Knochen. Das nutzen Kettenbach/Mirtl eiskalt aus und zogen ihr Spiel durch. Am Ende stand ein klarer 2:0 (21:14, 21:15) Erfolg für die Sonthofer Damen. „Wir wollten hier unbedingt gewinnen und haben vor dem Turnier gesagt wir schauen von Spiel zu Spiel“, erklärt Kettenbach die Taktik für die Meisterschaft. „Wir haben einfach mega geil gespielt und am Ende konnte uns keiner mehr stoppen.“ Gleich/Hagn waren jedoch nicht traurig über die Niederlage. Schließlich hatten sie mit dem Bayerischen Vizemeistertitel bereits das Sahnehäubchen auf ihre bislang beste Saison gesetzt. Den dritten Platz sicherten sich die Titelverteidigerinnen Auer/Keferloher. Sie bezwangen Bianca Peter/Gitta Sieber im kleinen Finale mit 2:0 (21:14, 21:14).

Bei den Männern gelang überraschend den hoch gehandelten Titelverteidigern Benedikt Doranth/Julius Höfer (TSV Herrsching/TSV Grafing) die Titelverteidigung nicht. Sie scheiterten an den wie entfesselt aufspielenden Konstantin Schmid/Fabian Wagner im Halbfinale. Schmid/Wagner zeigten in ihrem Wohnzimmer in der Vorschlussrunde ihren besten Beachvolleyball und besiegten unter dem tosenden Applaus der heimischen Fans die Nummer 13 der deutschen Rangliste mit 2:0 (21:17, 21:18). Im zweiten Halbfinale setzten sich Lennart Kroha/Harry Schlegel (TSV Zirndorf/TSV Herrsching) mit 2:0 (21:11, 21:15) gegen Pablo Karnbaum/Tom Strohbach (ASV Dachau) durch. Im Finale ging es dann zunächst hoch her und es schien fast so als würden Schmid/Wagner ihren Titel von 2014 verteidigen können. Im ersten Satz behielten sie die Nerven und siegten nach packenden Ballwechseln mit 27:25. Doch dann legten Lennart Kroha und Harry Schlegel einen Zahn zu. Sie hatten auch noch etwas mehr Power im Tank, da sie im Gegensatz zu Schmid/Wagner über die Gewinnerrunde den Weg ins Finale genommen hatten. Vor allem der erst 19-jährige Kroha spielte jetzt so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und sorgte dafür, dass Kroha/Schlegel die weiteren Sätze mit 21:17 und 15:11 für sich entscheiden konnten. „Ich bin ja schon mal in der Jugend bayerischer Meister geworden, aber das hier übertrumpft alles“, freute sich Kroha nach dem Match. „Die Stimmung hier hat mich angespornt. Es war ein faires Publikum und die Unterstützung war toll“, bedankte er sich auch beim Ebersberger Publikum, das seine Sympathien den beiden Grafingern Schmid/Wagner geschenkt hatte. Für Harry Schlegel war es bereits der zweite Erfolg bei einer Bayerischen Meisterschaft. „Dieser Titel nach fünf Jahren Pause ist genauso schön wie der erste“, freute sich Schlegel. „Mich freut es vor allem für Lenny den jungen Hüpfer. Es macht tierisch Spaß mit ihm zu spielen und es ist toll, wenn die alten die Erfahrung an die jungen weitergeben.“ Aufhören will Schlegel noch nicht. Bereits direkt nach dem Finale erklärten Kroha/Schlegel auch im kommenden Jahr wieder voll angreifen zu wollen.

Doch davor steht erst noch die kurze Sommerpause und in dieser werden die Beteiligten an der Bayerischen Beachvolleyball Meisterschaft wohl noch oft an die vielen Gänsehautmomente im Klosterbauhof von Ebersberg zurückdenken. Vor allem auch, weil das Wetter gehalten hat. Hier gebührt der Dank dem Bürgermeister der Stadt Ebersberg Walter Brilmayer, der als Schirmherr dafür gesorgt hat, dass es lediglich in der Nacht geregnet hat. „Das war natürlich das Tüpfelchen auf dem I“, freut sich auch Dieter Heidrich, der gemeinsam mit Barthel Spranger und seinem Team zum 10-jährigen Bestehen von beach2go diese Meisterschaft perfekt organisiert hatte.