Oliver Kredel wechselt vom Kassenprüfer auf Posten des Landesschiedsrichterwarts
Es gibt Menschen, die investieren sehr viel Zeit in ihr Ehrenamt. Einer von diesen ist Oliver Kredel aus Kirchheim. Der 49-jährige Referee wurde beim Verbandstag des BVV in Landshut zum neuen Landesschiedsrichterwart gewählt. Zuvor war er unter anderem bereits Kassenprüfer, Landesspielwart und lange Jahre Vorsitzender im Bezirk Mittelfranken.
Für Kredel ist es ein logischer Schritt: „Ich bin schon sehr lange für den BVV in unterschiedlichen Rollen tätig“, erklärt Kredel. „In der ganzen Zeit war ich zugleich auch immer als Schiedsrichter und Schiedsrichter-Ausbilder aktiv.“ Dabei ist ihm aufgefallen, „dass in den letzten Jahren Themen, wie Ausbildung, Talentsuche und -Förderung, die Motivation für das „Pfeifen“ und auch die Förderung in den Spitzenbereich etwas eingerostet sind oder nicht mehr genug Dynamik haben und an der ein oder anderen Stelle etwas Antrieb benötigen.“ Da jedoch in den vergangenen Jahren stets kompetente Funktionäre im Schiedsrichterwesen waren, sah Kredel bislang keinen Grund das Amt übernehmen zu wollen. Zumal er mit diesen Schiedsrichtern gut befreundet ist und viel Vertrauen in deren Arbeit und Fachkunde hat. „Die Nachfolge jetzt von Jan anzutreten, kam aus der Überlegung heraus, nachdem familiär und beruflich vieles stabiler ist als noch vor einigen Jahren, dem BVV hier meine Erfahrung wieder zur Verfügung zu stellen und mich meiner Berufung Schiedsrichter intensiver zu widmen und die bayerischen Schiedsrichter im Zeitalter von Social Media, Facebook und Co bei Ihren Aufgaben in der Sporthalle und am Spielfeld zu unterstützen. Hier hat der BVV glaube ich auch generell ein wenig aufzuholen.“
Eine große Aufgabe sieht Kredel darin wieder mehr Sportler für die Schiedsrichterei zu begeistern. „Seit einiger Zeit gibt es auch im Schiedsrichterbereich spürbare Strömungen, die es den Mannschaften und auch dem Verband erschweren motivierte und engagierte Schiedsrichter neu oder für neutrale Einsätze zu gewinnen“, so Kredel. „Der Individualismus war seit jeher ein Gegner des Team-Sports“, präzisiert er seine Aussage. Das spüre man bei der Zahl der Schiedsrichter mit höheren Qualifikationen, was vor allem die semiprofessionellen Ligen zu spüren bekommen. „Meine Aufgabe und mein Ziel sind es, den Stellenwert des Schiedsrichters zu stärken und zu fördern, aber auch die Attraktivität Schiedsrichter in der Bayern-, Regional- oder auch Bundesliga zu sein, zu erhöhen. Das könnte dazu führen, dass es auch in den Vereinen wieder „in“ wird, eine Schiedsrichter-Lizenz über eine D-Lizenz hinaus zu erwerben und das Interesse an höheren Schiedsrichter-Lizenzen zu stärken.“
Wie genau Kredel diese Ziele erreichen will, das möchte der 49-jährige nach einer Zeit der Analyse präzisieren. „Zunächst einmal gilt es für mich reichlich Informationen zu sammeln um den Status vieler Dinge einzuschätzen“, erklärt Kredel. „Hier werden mich meine Freunde und Kollegen im Landesschiedsrichterausschuss sicher super unterstützen. Das werden wir auch vor allem gemeinsam angehen. Ich habe gelernt in Beruf, Familie und als Schiedsrichter, dass man nur gemeinsam und im Team erfolgreiche Projekte umsetzen kann.“ Ein Projekt, dass Kredel weiter vorantreiben möchte ist das Thema E-Learning im Rahmen der Schiedsrichter-Ausbildung. Zudem arbeitet Kredel auch an einer aktuelleren und informativeren Außendarstellung des Schiedsrichterwesens auf der Homepage des BVV.