Chronik des Bayerischen Volleyball-Verbandes

Zum 25-jährigen Jubiläum des Bayerischen Volleyball-Verbandes ist im Jahr 2000 eine Verbandschronik erschienen.

 

Im Jahr 2015 erschien anlässlich des 40-jährigen Jubiläums eine weitere Chronik mit allem Wissenswerten über den BVV.

 

Bei Interesse wenden sie sich bitte an die BVV-Geschäftsstelle.

Gründungsgeschichte

Fachgebiet Volleyball des BTSV plante 1975 die Loslösung als eigener Fachverband

Vor 40 Jahren brodelte es unter der Oberfläche des Bayerischen Turnspiel-Verbandes. Grund hierfür waren die Bestrebungen des Fachgebietes Volleyball einen eigenen Volleyball-Verband im Freistaat gründen zu wollen und sich vom BTSV zu lösen. Entscheiden durften darüber schließlich alle Mitglieder des BTSV, die in ihren Vereinen auch das Fachgebiet Volleyball anboten. Vor der Umfrage rührten beide Seiten kräftig die Werbetrommel.

Auf der einen Seite stand der Landesfachausschuss Volleyball mit Klaus Volkmer, Walter Hausenblas, Klaus Franke, Helmut Kukral, Karl Heinz Werner, Otto Sommer oder aber Peter Götz. Sie sahen sich von Beginn an harter Gegenwehr gegenüber und beklagten diese in einem Schreiben an die Mitgliedsvereine des Fachgebiets Volleyball. In diesem heißt es unter anderem, dass der BTSV die Umfrage über die Entscheidung zur Loslösung von Volleyball aus dem BTSV bewusst verzögert und schließlich in die Umfrage in die Weihnachtszeit 1974 gelegt habe. „Dies wohl im Bewusstsein, dass während der Festtage und der Ferien recht viel getan wird.“ Trotz der Widrigkeiten im Vorfeld kämpften die Volleyballer intensiv um jede Stimme. Als Argument für einen eigenen Fachverband führten sie an, dass man als eigenständiger Fachverband sich besser in den Deutschen Volleyball-Verband integrieren könne und zudem Volleyball das Fachgebiet im BTSV sei, welches die größten Zuwachsraten vorweisen könne. Zudem passe der Begriff „Turnspiele“ nicht wirklich zur Sportart Volleyball. Auch Konflikte mit anderen Fachgebieten seien im BTSV immer wieder zu befürchten, da alle ihre Mittel aus den gleichen Töpfen beziehen würden. Ein weiteres Argument für einen eigenen Fachverband war für die Macher des Volleyballs vor 40 Jahren die Tatsache, dass Volleyball seit 1972 eine olympische Disziplin sei, was zu zusätzlichem Interesse in der Öffentlichkeit geführt habe.

Die Vorstandschaft des Bayerischen Turnspiel Verbandes sah das anders. So sei durch die Gründung eines Fachverbandes keine Unabhängigkeit für die Volleyballer zu erreichen, sondern vielmehr würden sich Bayerns Volleyballer unter das Joch des Deutschen Volleyball-Verbandes begeben. Zudem erklärte der Landesvorsitzende Klaus Früh in der Stellungnahme zu den Unabhängigkeitsstreben der Volleyballer, dass auch unter dem Dach des BTSV die Statuten des DVV eingehalten würden und auch in Zukunft eingehalten werden könnten. Wirtschaftlich sah der BTSV zudem Nachteile für die Vereine mit Volleyballabteilungen, denn neben dem Beitrag für den Bayerischen Volleyball-Verband müssten diese weiterhin für ihre anderen Fachgebiete im BTSV Mitgliedsbeiträge abführen, was zu Mehrkosten für die Vereine führen würde.

Am Ende setzten sich die Befürworter des eigenständigen Fachverbandes durch. 64,5 Prozent der Vereine des Fachgebiets Volleyballs hatten dafür gestimmt und am 15. März 1975 wurde der Bayerische Volleyball-Verband in Augsburg gegründet. Beim Gründungsverbandstag am 31. Mai 1975 in Ingolstadt wurde der Münchner Fernsehjournalist und ARD Sportschau-Moderator Eberhard Stanjek zum ersten Präsidenten des Bayerischen Volleyball-Verbandes gewählt.
 

Streichung des Wortes „Volleyball“ macht Weg frei für BVV-Gründung

Walter Hausenblas aus Germering war einer der Gründungsväter des Bayerischen Volleyball-Verbandes. Im Interview mit Georg Kettenbohrer erinnert er sich an die Anfänge von Volleyball in Bayern und die Loslösung der Volleyballer aus dem Bayerischen Turnspiel-Verband 1975. 

Herr Hausenblas, wie wichtig waren die Olympischen Spiele 1972 in München für Volleyball in Bayern?
Walter Hausenblas: Sehr wichtig. In den 60er Jahren krebste unsere Sportart noch herum und war in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Das änderte sich mit Olympia. Da erkannten viele: Hoppla, Volleyball ist eine olympische Sportart. Das hat uns einen richtigen Schub gegeben. Volleyball wurde zur zweitstärksten Fachsäule im BTSV hinter Faustball. In dieser Zeit wurde auch eine neue Organisationsform der Fachsäule gebildet. Die Vertretung von Volleyball beim Deutschen Volleyball-Verband blieb aber formal beim Präsidenten des BTSV. So kam es immer wieder zu Reibungspunkten und der Wunsch, dass sich unsere Sportart beim DVV selbst vertreten muss wuchs.

Nach Olympia ging der Volleyball-Boom weiter. Was bedeutete das für die Fachsäule Volleyball im BTSV?
Hausenblas: Unsere Strukturen zu dieser Zeit reichten nicht mehr aus. Zudem war Bayern das einzige Land welches noch keinen eigenen Volleyball Streichung des Wortes „Volleyball“ macht Weg frei für BVV-Gründung Fachgebiet Volball des BTSV plante 1975 die Loslösung als eigener Sport-Fachverband Landesverband gegründet hatte. Zudem wollten wir angesichts stetig steigender Zahl an Volleyballern mehr Fördermittel aus dem Etat des BTSV, was beispielsweise bei den Faustballern auf wenig Gegenliebe stieß.

Es war also unumgänglich, dass die Volleyballer sich selbständig machen?
Hausenblas: Die Entscheidung für einen eigenen Landesverband reifte zu dieser Zeit. Dabei stellte sich die Frage, ob man diesen auf dem Weg durch die Instanzen aufbauen kann oder ob es einer Revolution bedarf, indem man einfach einen Volleyball-Verband gründet. Letztlich wurde es dann ein Mittelweg. Der BTSV-Präsident Karl-Heinz Früh stimmte der Loslösung zu.

Wie entscheidend war dabei der damalige BLSV Vizepräsident Ernst Knoesel?
Hausenblas: Er hat das Ei des Kolumbus bei den Verhandlungen gefunden. Er schlug vor einfach den Begriff Volleyball aus der Satzung des BTSV zu streichen. Dem stimmte der der Außerordentliche Verbandstag des BTSV in Augsburg zu und so war der Weg frei für die Gründung des BVV.

Wie lief diese dann ab?
Hausenblas: Das schönste an der gesamten Geschichte ist, dass die Neuaufnahme in den BLSV und die Mittelzuweisungen sehr schnell über die Bühne gegangen sind. Positiv ist auch, dass es nach der Loslösung der Volleyballer kein Nachtreten gab. Der gesamt Prozess ging friedlich über die Bühne.
 

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