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Auftakt der BVV Digital Academy ein voller Erfolg

| BVV-Digital-Academy

Am Donnerstagabend fanden sich über 60 Volleyball-Trainer*innen zur ersten Sitzung der BVV Digital Academy ein. Landestrainer Werner Kiermaier referierte zum Thema Zuspiel.

Dabei ging es nicht um die perfekte Technik, sondern vielmehr darum, wie die Trainer*innen in ihren Teams in den verschiedenen Alters- und Leistungsklassen das Zuspiel mit einfachen Maßnahmen verbessern können. Unter anderem wies Kiermeier dabei auf die Wichtigkeit der richtigen Aufstellung und des schnellen Starts in Läufer-Situationen hin, die jedem Zuspieler mehr Reaktionsmöglichkeiten biete.

 Nach dem Referat des Landestrainers hatten die Teilnehmer die Chance ihre Fragen an den Referenten zu stellen. Dabei waren die Fragen breit gefächert. Angefangen von Fragen "wie kann ich die Athletik meines Zuspielers fördern, damit dieser den langen Pass auf Außen spielen kann" oder aber "das perfekte Überkopfzuspiels auf Top-Niveau".

 Nach der Sitzung waren sich alle Teilnehmer einig, dass die BVV Digital Academy unbedingt fortgesetzt werden sollte. Videokonferenz Nummer zwei  ist bereits in Planung: In der nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag (4.2.) soll es dann um den Aufbau einer Volleyball-Nachwuchsabteilung gehen. Hier gibt der MTV München Einblick in sein Konzept, wie er seine Nachwuchsabteilung wieder aufgebaut hat. Details dazu folgen im Laufe des Wochenendes.

 Die BVV Digital Academy ist eine Videokonferenz-Reihe, bei der Experten allen interessierten Volleyballer*innen Einblicke zu verschiedenen Themen geben. Dabei wird zunächst ein Referat des Experten gehalten und in der Folge sind Fragen der Teilnehmer an den Referenten möglich.

Jetzt für die zweite Sitzung anmelden zum Thema Aufbau einer Volleyballabteilung!

 

Antworten auf die Fragen der Teilnehmer in der ersten Sitzung

Landestrainer Werner Kiermaier beantwortet hier die Fragen aus der vergangenen ersten Sitzung zum Thema Zuspiel:

Wie sollte man sich als Zuspieler auf den nächsten Ballwechsel vorbereiten? Welche Startposition ist die beste?

Wichtig ist, dass man nicht die volle Vorspannung geht, aber sich schon in Erwartung des folgenden positioniert. Das heißt, die Knie sind leicht gebeugt und das Gewicht auf das rechte Bein verlagert, um schnell loslaufen zu können. So sind die Mädels meiner Erfahrung nach am schnellsten bei Ortsänderungen. Gut erklärt das auch folgendes Video (https://www.youtube.com/watch?v=i-jEvxM9PXs&list=PLr3iLnUECHHrm0lhXUR0WTqp9V7LgOd8p&index=4&t=56s)

Welche Vorteile hat das Sprungzuspiel im Vergleich zum Zuspiel im stehen?

Das Sprungzuspiel verkürzt die Zeit des Ballfluges zum Angreifer. Somit macht man das Spiel noch schneller. Das wird immer wichtiger im Leistungsvolleyball, vor allem im männlichen Bereich.  Im Frauenbereich gibt es oft auch durchaus berechtigt das Zuspiel aus dem Stand!

Zur Ausrichtung bleibt festzuhalten, dass man sich, wenn immer möglich vor dem Zuspiel ausrichten sollte. Wenn die Zeit dafür nicht reicht, dann ist ein Eindrehen durchaus erlaubt. Bei netzfernem Zuspiel kann auch ein einbeiniger Absprung sinnvoll eingesetzt werden. Dann dreht sich der Zuspieler automatisch im Flug ein.

Wie sollte die Abstimmung zwischen Zuspieler und Schnellangreifer trainiert werden.

Ich empfehle bei den Mädels im mittelklassigen Bereich den Absprung bzw. das Timing so zu lehren wie wir es auch mit den jungen Mädels machen: das heißt, der Angreifer ist am Abheben wenn der Zuspieler den Ball in Händen hat! Dieses Timing wird bis in die Spitze der höchsten Ligen häufig/überwiegend  praktiziert! Es bietet offensichtlich den größtmöglichen Benefit  zwischen Tempo und dem Risiko des Angreifers den Ball nicht optimal kontrollieren zu können. Es ist damit schwierig für Gegner zu verteidigen durch Block u Abwehr. Letztlich hängt das Timing natürlich auch maßgeblich von den Fähigkeiten des Schnellangreifers ab

Wie erreiche ich das bestmögliche Zuspiel für meine Angreifer?

Erstmal sollte der Standard eines Ballfluges (Flugkurve/Geschwindigkeit, und Entfernung zum Netz) definiert werden! Die ist je nach Fähigkeiten der Angreifer etwas anders. Dann wird definiert, wann für den Zuspieler eine schwierige Situation entsteht- er/sie also an  Präzision verliert und wie  das korrigiert werden soll!

Man kann zum Beispiel dem Zuspieler folgendes mit auf den Weg geben: Wenn du unter Druck kommst und nicht mehr volle Kontrolle über den Ball hast! Setze den definierten Zielpunkt weiter vom Netz weg!  Einen Ball weiter weg vom Netz kann man in der Regel besser handeln und noch verwerten, als einen Ball zu nahe oder schon über Netz. Die Knotenpunkte sind dabei zu vernachlässigen- unter Druck gilt improvisieren! Durch häufiges Üben erweitert der Zuspieler natürlich sein Repertoire. Durch Athletik (Schnelligkeit) erweitert Zuspieler seine „Range“, in der er doch die gewohnte Technik umsetzen kann! Beides erhöht die Effizienz des Zuspiels.

Aber immer schauen, ob der Zuspieler tatsächlich so unter Druck war, dass „improvisieren“ die richtige Entscheidung war oder ob nicht mangelndes Selbstvertrauen dazu geführt hat. Zuspieler muss man motivieren es immer zu probieren!!!

Wie wichtig ist es, dass auch der Zuspieler den Angriff sichert?

Der Zuspieler sollte der erste sein, der den Angriff sicher, da er ja auch als erstes weiß, wo der Ball hinkommt. Diese Aufgabe ist oft unbeliebt bei Zuspierln und wird gern vernachlässigt. Das ist aber nicht gut.

Was kann ich tun, um die Athletik meiner Zuspieler zu verbessern?

Für Zuspieler kann man ein spezielles  Krafttraining (zusätzlich zur  allgemeinen Athletikausbildung). Mögliche Übungen sind hier:

  • Liegestützen auf den Finger einbauen (Vorsicht : nicht übertreiben!)
  • Gewichtsball für Zuspieler (ins normale oder zusätzliche  Zuspieler-Training einbauen). Dabei immer auch ergänzen durch spezielle leichte Bälle.
  • Helfen können auch Fingertrainer aus Physioequipment   (Gummibändchen und Knetbälle), Spinningball, …

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