Beachvolleyball boomt in Bayern
Seit dem ersten Mai jagt Beachvolleyball Turnier das nächste auf den Beachvolleyball-Anlagen im Freistaat. Beachvolleyball boomt in Bayern! Wir haben zum Auftakt der Saison mit BVV Beachvolleyball-Koordinator Andreas Simon ein Interview geführt.
Die neue Beach-Saison hat begonnen. Wie hat sich die Zahl der Turniere im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?
Die Zahl der Turniere ist insgesamt erneut leicht gestiegen. Besonders im Erwachsenenbereich sehen wir wieder mehr Ausrichter, die nach den eher vorsichtigen Jahren nun zurückkehren oder neu einsteigen. Gleichzeitig ist auffällig, dass bestehende Turniere stabil geblieben sind, was für mich ein positives Zeichen für die Attraktivität und die organisatorische Machbarkeit des Beachvolleyballs in Bayern ist.
Hast du eine Erklärung dafür, warum die Zahl der Turniere im Norden Bayerns im Vergleich zum Süden so wenige sind?
Das ist ein Thema, das uns schon länger begleitet. Im Süden Bayerns gibt es historisch gesehen eine dichtere Vereinsstruktur mit vielen aktiven Beachanlagen und einer langen Beachtradition. Im Norden sind die Wege oft weiter, Anlagen seltener und ehrenamtliche Ressourcen knapper. Gleichzeitig sehen wir dort aber durchaus Potenzial – vor allem dort, wo engagierte Vereine oder Kommunen dahinterstehen. Genau hier versuchen wir als Verband gezielt zu unterstützen.
Wie sieht die Entwicklung im Jugendbereich aus? Gibt es hier Veränderungen?
Im Jugendbereich beobachten wir eine insgesamt positive Entwicklung. Die Turnierzahlen sind stabil bis leicht steigend, und vor allem das Interesse bei U‑15‑ und U‑17‑Turnieren ist hoch. Beachvolleyball wird zunehmend als eigenständige Disziplin wahrgenommen und nicht mehr nur als Sommerergänzung zur Halle.
Worauf führst du diese zurück?
Das liegt aus meiner Sicht an mehreren Faktoren: einer besseren Verzahnung von Halle und Beach in der Ausbildung, engagierten Trainern und Landesstützpunkten sowie an gezielten Maßnahmen des BVV, etwa durch Jugendserien, Lehrgänge und Sichtungsmaßnahmen. Außerdem wirkt Beachvolleyball auf junge Spielerinnen und Spieler sehr attraktiv – auch durch Vorbilder aus dem Leistungs- und Profibereich.
Anfang Juni starten mit dem BVV Beach Masters Premium in Ebersberg die Innenstadtturniere. Was bedeutet das für dich als Beachvolleyball-Koordinator? Wie sieht so ein Wochenende für dich aus?
Die Innenstadtturniere sind immer Highlights der Saison – organisatorisch wie emotional. Für mich bedeutet das intensive Vorbereitung, viel Abstimmung mit Ausrichtern, Technik, Schiedsrichtern und Partnern. Am Turnierwochenende selbst bin ich meist von früh bis spät vor Ort, koordiniere Abläufe, löse kleinere Probleme und versuche gleichzeitig, die besondere Atmosphäre zu genießen. Wenn am Ende Sport, Publikum und Rahmenprogramm zusammenpassen, weiß man, warum sich der Aufwand lohnt.
Wenn du dir alle Turniere in Bayern anschaust: Welches ist dein persönliches Lieblingsturnier?
Das ist schwer zu beantworten, weil jedes Turnier seinen eigenen Charakter hat. Die Innenstadtturniere – wie Ebersberg – haben durch das Umfeld und die Zuschauer etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig schätze ich auch kleinere Turniere auf Vereinsanlagen, bei denen man die Beach-Community sehr direkt erlebt. Wenn ich mich festlegen müsste, dann sind es genau diese Events, bei denen Spitzensport und Breitensport spürbar zusammenkommen.
Wo siehst du im Bayerischen Beachvolleyball Entwicklungspotenzial?
Ich sehe großes Potenzial vor allem in drei Bereichen: im weiteren Ausbau von Beachanlagen, insbesondere im Norden Bayerns, in der Ausbildung von Trainern und Ausrichtern sowie in der stärkeren Vernetzung von Schule, Verein und Beachangeboten. Wenn wir es schaffen, noch mehr Menschen niedrigschwellig für Beachvolleyball zu begeistern, profitieren am Ende alle Leistungsstufen.
Wo siehst du den Beachvolleyball in Bayern in zehn Jahren?
Ich bin sehr optimistisch. In zehn Jahren sehe ich Beachvolleyball in Bayern noch stärker institutionalisiert und gleichzeitig lebendig wie nie: mit einer breiten Turnierlandschaft, klaren Entwicklungswegen für Jugendliche, starken Events im öffentlichen Raum und einer aktiven Community auf allen Ebenen. Mein Ziel ist, dass Beachvolleyball dann für viele Menschen selbstverständlich zum bayerischen Sport-Sommer dazugehört.
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21.05.2026