Bronze zum Schluss: Sandra Otte beendet erfolgreiche Saison mit EM-Medaille
Die 17-jährige Lenggrieserin gewinnt mit der gleichaltrigen Berlinerin Anna-Chiara Reformat Bronze bei der U18-Europameisterschaft in Izmir. Nur zwei Monate nach dem WM-Titel endet damit eine Saison, in der Otte national und international den nächsten Schritt gemacht hat. Nun beginnt in Hamburg ein neues Kapitel.
Am Ende streckten sie noch einmal eine Medaille in die Höhe. Sandra Otte und Anna-Chiara Reformat gewannen bei der U18-Europameisterschaft im türkischen Izmir Bronze. Im Spiel um Platz drei setzte sich das deutsche Duo klar gegen Ungarn durch und beendete damit eine Saison, die in ihrer Altersklasse für beide sehr erfolgreich verlief.
Erst im Juli hatten Otte und Reformat in Den Haag den U18-Weltmeistertitel gewonnen. Es war der erste deutsche Titel bei einer Jugend-Weltmeisterschaft seit 2009. Nun folgte bei der Europameisterschaft die nächste internationale Medaille.
Der Weg dorthin war knapp. Im Halbfinale trafen die Deutschen auf die Niederländerinnen Jara Booth und Matilda de Groot. Erst im Tie-Break mussten sich Otte und Reformat geschlagen geben. Booth und de Groot gewannen anschließend auch das Finale und wurden Europameisterinnen.
Für Otte war die Enttäuschung über das verpasste Endspiel deshalb nur von kurzer Dauer. „Ich bin sehr stolz, die Saison noch mit einer Medaille zu beenden", und ergänzt: „denn die letzten Turniere haben sehr viel Energie gekostet, deswegen waren wir sowohl körperlich als auch mental nicht bei unseren 100%." Auch national setzte Otte in dieser Saison Akzente. Gemeinsam mit Reformat gewann sie die Deutsche U20-Meisterschaft in Lenggries gegen Konkurrenz, die zum Teil zwei Jahre älter war. Mit ihrer regulären Partnerin Annalena Richter erreichte sie auf der Deutschen Beach Tour auf Norderney Platz drei, beim Turnier der German Beach Tour in Hamburg wurde das Duo Fünfter.
Es ist eine Bilanz, die zeigt, weshalb Otte zu den auffälligsten deutschen Blockspielerinnen ihres Jahrgangs gehört. Mit 1,91 Metern bringt sie ideale körperliche Voraussetzungen mit, dazu Reichweite und ein immer stabileres Blockspiel.
Ein Umzug mitten in der Saison
Zwischen Turnieren, Meisterschaften und internationalen Reisen musste Otte in diesem Sommer noch eine weitere Veränderung bewältigen. Sie verließ den Olympiastützpunkt Stuttgart und zog nach Hamburg.
Dort bündelt der Deutsche Volleyball-Verband seine leistungsstärksten Nachwuchsspielerinnen und -Spieler. Am Bundesleistungszentrum sollen die größten Talente enger miteinander trainieren und zugleich von der Nähe zu den etablierten Nationalteams profitieren.
Für Otte bedeutet das neue Möglichkeiten im Training, aber auch einen deutlich größeren Abstand zur Heimat in Lenggries.
„Für mich ist der Umzug ein großes Privileg, vor allem, weil ich jetzt direkt von den besten Beachvolleyballerinnen Deutschlands profitieren kann“, sagt sie. „Aber klar, der Nachhauseweg nach Lenggries ist nun leider etwas länger geworden.“ Auch schulisch muss der neue Alltag organisiert werden. Schule und Sportinternat kämen ihr dabei entgegen, erzählt Otte. „Wenn ich zur Regeneration ein verlängertes Wochenende zu Hause mache, dann ist am Freitag oft der Zug mein Klassenzimmer.“
Der Wechsel nach Hamburg ist der nächste Schritt einer Entwicklung, die früh begann. Mit sieben Jahren startete Otte bei den Volley-Füchsen in Lenggries. Über ihre Trainer Hans Rampf und Claudia Rosen kam sie zur Sichtung am Bundesstützpunkt in Stuttgart. Dort fiel sie Paul Becker auf, der ihre Entwicklung seitdem begleitet und heute Cheftrainer im deutschen Beachvolleyball ist.
Für Sandra Otte beginnt nun nach der letzten Medaille zunächst etwas, das in den vergangenen Monaten selten war: eine Pause. Danach geht in Hamburg der Trainingsalltag mit deutlich höheren Erwartungen als noch vor einem Jahr weiter.