BVV trauert um Dieter Beutelstahl
Dieter Beutelstahl ist im Alter von 86 Jahren am 6. Juni 2024 verstorben. Mit ihm hat der bayerische Volleyballsport einen erfolgreichen Pionier, ausgewiesenen Fachmann, Autor und großen Wegbereiter verloren. Dieter Beutelstahl war in Volleyballkreisen weit über die Grenzen unseres Freistaats bekannt und hat sich für unsere Sportart mit großem Engagement erfolgreich eingebracht.
Dabei wäre es um ein Haar anders gekommen. Dieter war mit elf Jahren Vollwaise; seine Mutter ist an Krebs verstorben, sein Vater als Richter mit großer Nähe zu Graf Stauffenberg, wurde erschossen. Nach einer KFZ-Lehre musste Dieter zur Bundeswehr. Er verpflichtete sich und wurde zu einer Fliegerstaffel nach Texas versetzt. Bei einer Landung versagte das Fahrwerk seines Flugzeugs. Nach seiner Gesundung in einem Hamburger Militärkrankenhaus quittierte er den Militärdienst und begann eine Ausbuldung zum Sportlehrer an der Sportschule Grünwald. Er engagierte sich in der Volleyball-Abteilung des TSV 1860 München. In seiner langen Volleyball Karriere wurde er mehrfach Deutscher Meister, reifte zum Nationalspieler, übernahm Verantwortung als Nationaltrainer und Vizepräsident des Deutschen Volleyball-Verbandes.
Nach den Olympischen Spielen 1972 arbeitete Dieter Beutelstahl als Hochschullehrer am Sportzentrum der TU München und betreute die Fachbereiche Tennis, Skifahren und Volleyball.
Im Jahr 2009 änderte sich sein Leben schlagartig. Er erlitt bei einem Tennisspiel einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Nach einem weiteren Schlaganfall war er schließlich als Pflegefall an den Rollstuhl gefesselt. Er konnte weder sprechen, noch schlucken und wurde künstlich beatmet. Neben bester medizinischer Versorgung und fachlicher Pflege waren seine Frau Christa und sein Sohn Sebastian all die Zeit liebevoll an seiner Seite. Nach 14 Jahren erlöste ihn der Tod. Am 21. Juni 2024 wurde Dieter Beutelstahl in Rottach-Egern beigesetzt.
BVV-Präsident Klaus Drauschke kannte Dieter Beutelstahl und hat mit ihm viele Jahre zusammengearbeitet. "Dieter war ein mitreißender, temperamentvoller Typ und verlässlicher Kumpel, zugleich ein liebenswertes, auch streitbares Schlitzohr. Er sprühte nur so vor Ideen und war dann oft schwer zu bremsen. Sein Leben hat er im 100%-Modus verbracht, halbe Sachen waren nicht sein Ding. Es schmerzt mich in der Seele, dass er so lange hilflos im Rollstuhl leben musste, wie ich Präsident des Bayerischen Volleyball-Verbandes sein durfte".
BVV-Vizepräsident Christoph Schieders Wege kreuzten sich mit dem Verstorbenen in seiner Zeit bei 1860 München: „Als Münchner Volleyballer in den 70ger und 80ger Jahren kam man - erst recht als "Löwe" - an "Jerry" quasi nicht vorbei. Vielen Dank für die vielen Geschichten und unvergessliche Stunden.“
Auch BVV-Geschäftsführer Hans Kleiner durfte Beutelstahl erleben in seiner Zeit als Student der Diplomsportwissenschaften an der TU München: „Dieter, der Ende der 90er mein Fachdozent an der TU München war, verstand es - mit Herzblut und vor allem Spaß - den Volleyballsport wie kaum ein anderer zu vermitteln. Ich danke dir dafür."
Der Bayerische Volleyball-Verband dankt Dieter Beutelstahl für seinen großen Einsatz. Wir werden ihn nicht vergessen. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Familie."