Danke Andrzej!
Eine traurige Nachricht erschüttert alle, die Andrzej Niemczyk gekannt, mit ihm zusammengearbeitet und seine erfolgreiche Arbeit in Lohhof und als Bundestrainer für den Deutschen Volleyballsport geschätzt und bewundert haben.
Andrzej Niemczyk ist im Alter von 72 Jahren an Lymphdrüsenkrebs gestorben. Seit vielen Jahren litt er an dieser Krankheit und versuchte willensstark, dagegen anzukämpfen. Im vergangenen März ging er zum letzten Mal zur Behandlung ins Krankenhaus. Als er es verließ, meinte er zuversichtlich: „Ich danke allen, die für mich gebetet haben. Ich bin zuhause und stehe wieder auf meinen Füßen. Ich kann kämpfen und werde nicht so leicht aufgeben. Ein Niemczyk ist nicht so leicht unterzukriegen.“
Nun hat er doch sein letztes Match verloren. Seine Beerdigung findet am Dienstag, 14.06.16 in Lodz in großem Kreise statt. Der Bayerische Volleyball-Verband gedenkt in großer Trauer und mit tiefer Dankbarkeit dieser großen Trainerpersönlichkeit.
Andrzej Niemczyk war auch mit dem bayerischen Volleyballsport eng verbunden. Anfang der 80er Jahre holte ihn der damalige DVV-Präsident Roland Mader nach Deutschland, um mit dem Erfolgstrainer und dem „Lohhofer Modell“ einen Siegeszug im Frauenvolleyball bis hinauf zur europäischen Spitze einzuläuten. Mit vier Deutsche Meistertiteln, vier Deutschen Pokalsiegen und mehreren Endrundenplatzierungen im Europapokal, die nach Bayern geholt wurden, erregte das Lohhofer Team nicht nur mediales Aufsehen sondern ging in Training und Konzeption neue professionelle und erfolgsorientierte Wege. Viele deutsche Nationalspielerinnen formte er zu erfolgreichen Teams. So förderte er in Lohhof unter anderem Rekordnationalspielerin Renate Riek, Gudrun Witte, Beate Bühler, Almut Kemperdick, Regina Vossen, Ruth Holzhausen, Terry Place-Brandel oder aber Ae Hee Kim.
Als Vorgänger im Traineramt von Andrzej und als Abteilungsleiter des Lohhof durfte ich diesen rasanten Aufstieg hautnah mitverfolgen und mitgestalten. Sein fachliches Können und seine Präsenz in Training und Wettkampf waren eindrucksvoll, seine Akribie und sein unermüdlicher Arbeitseinsatz bewundernswert, seine Härte und Disziplin gegenüber sich selbst und seinen Spielerinnen waren die Quelle seiner enormen Durchsetzungskraft und standen oft im Gegensatz zu seiner Kameradschaftlichkeit und seiner Fähigkeit ausgelassen zu feiern.
Andrzej hat alles bis zur Neige ausgekostet, Mittelmaß kannte er nicht. So wird er uns in Erinnerung bleiben: Ein Mann im Vollgasmodus….
Danke Andrzey, dass wir dich in Bayern ein Stück deines Lebensweges begleiten durften.
Klaus Drauschke
Präsident
Bayerischer Volleyball-Verband