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Der Galactico schlägt in Ebersberg auf

Erstellt von Patrick Reichelt | | Show in Slider

Manche Möglichkeiten muss man einfach  festhalten. Und so hat auch Clemens Wickler lieber entschlossen zugegriffen als sich die Option eines Auftritts in der alten Heimat auftat. Wickler und sein Partner Nils Ehlers werden nicht nur dabei sein. Sie sind so etwas wie die Gallionsfiguren, wenn sich die Beachvolleyball-Weltspitze am 13. und 14. Juni auf dem Volksfestplatz in Ebersberg trifft. Zum erst zweiten Auftritt der internationalen Sandstars in Süddeutschland überhaupt nach den European Championships von 2022.

Die Duelle mit den Allerbesten um die neue Nummer eins der Welt, Jacob Hölting Nilsson und Elmer Andersson, sind ganz nebenbei eine wichtige Standortbestimmung. Deutschlands Topduo hatte sich zuletzt rar gemacht. Hatte sich rar machen müssen, weil Wickler die massiven Schulterbeschwerden auskurierte, die ihn durch weite Teile der letzten Saison begleitet hatten. Nur nichts riskieren mit Blick auf das nächste Fernziel Olympia 2028 in Los Angeles – die Qualifikation nimmt im November ihren Anfang. Dort wollen die beiden unbedingt Ähnliches bewirken wie vor zwei Jahren in Paris, als am Ende Silber leuchtete. Wickler, der am vergangenen Dienstag 31 Jahre als wurde, ist jedenfalls überzeugt: „Wir sind in unserer Entwicklung noch nicht am Ende.“

Und eigentlich wäre eine Fortsetzung der Erfolgsstory ja auch nur konsequent. Gerade bei Wickler standen die Zeichen in seiner Karriere eigentlich immer auf Rampenlicht. Bronze bei der U18-EM, der Titel bei der U20-WM – das Etikett hieß schnell: Jahrhunderttalent. Was einiges bedeutet in der Nation der Olympiasieger wie Brink/Reckermann (London 2012). Aber der Mann brachte die Konkurrenz ja auch auf höchster Bühne mit seinen Abwehrkünsten zur Verzweiflung. 2019 in seiner Wahlheimat Hamburg schrammte Wickler mit Julius Thole haarscharf am WM-Titel vorbei. Es dürften diese Tage gewesen sein, in denen einer seiner Spitznamen entstanden ist: Galactico – der Galaktische.

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Und der gebürtige Starnberger ließ sich noch nicht einmal ausbremsen, als sich Partner Thole nach den Spielen in Tokio für Beruf statt Sport entschied. Weil sich im sanften 2,11-Meter-Riesen Nils Ehlers viel versprechender Ersatz fand. Die beiden versuchten es miteinander, mit Medaillenschmid Jürgen Wagner hatten sie einen illustren Mentor hinter sich. Und die Sache wurde zum „perfect match“. Silber bei Olympia unter dem Eifelturm, Silber bei der EM. In der Weltrangliste kletterte das Duo zeitweilig sogar auf Platz eins. Es macht schon Sinn mit Blick auf Kalifornien 2028 nach ganz oben zu schauen.

Die potenziellen Spielverderber werden Wickler und Ehlers ja auch in Ebersberg treffen. Vor allem die beiden schwedischen Himmelsstürmer-Teams Hölting Nilsson/Andersson und Ahman/Hellvig haben mit ihrem rasanten Spiel  die Szene grundlegend verändert. Wickler sagt: „Wir orientieren uns schon an ihnen.“

Für diese Entwicklung haben die beiden auch ihr Trainerteam noch einmal neu aufgestellt. Der Pole Grzegorz Fijalek, genannt „Fiffi“, hat sich mit Helke Claasen des deutschen Topduos angenommen. Letztere hat 2016 in Rio de Janeiro mit Laura Ludwig und Kira Walkenhorst schon gezeigt, wie man ein Beach-Team zu Olympia-Gold coacht.

Wie gut das funktioniert, werden bald auch die heimischen Fans zu sehen bekommen. Spätestens im Juni – am Ebersberger Volksfestplatz.

 

Der Starnberger Clemens Wickler (links) und Nils Ehlers (rechts) sind heiß auf die Beach-Open Ebersberg im Juni (Foto: J. Tap / Hoch Zwei).