VBL setzt ausgewählte Regeltests in der Saison 2026/27 um
Zum Saisonstart 2026/27 führt die Volleyball Bundesliga (VBL) ausgewählte Regeltests ein, die im Sommer bereits auf internationaler Ebene erprobt wurden. Die offiziellen Volleyballregeln bleiben grundsätzlich unverändert.
Zwei Regeltests in allen Bundesligen
In den 1. und 2. Bundesligen werden zwei Regeltests eingeführt. Spieler:innen in der Annahme dürfen ihre Position bereits mit Beginn der Auftaktbewegung des Aufschlagspielers beziehungsweise der Aufschlagspielerin verlassen. Zudem sollen geschobene, gehobene oder länger geführte Bälle, international als „pushing“, „lifting“ oder „carrying“ bezeichnet, konsequenter geahndet werden. Beide Regeltests gelten auch im Zoi DVV-Pokal ab der Qualifikationsrunde.
Zusätzliche Regeltests in den 1. Bundesligen
In den 1. Bundesligen kommen weitere Regeltests hinzu. Eine Challenge, die sich auf einen laufenden Spielzug bezieht, bleibt weiterhin möglich. Sie darf künftig allerdings erst nach Ende des Spielzugs beantragt werden.
Neu ist außerdem, dass auch Ballberührungen außerhalb einer Blockaktion überprüft werden können. Dazu zählen beispielsweise mögliche Berührungen in der Annahme oder Feldabwehr.
Nach einer verlorenen Challenge kann die betreffende Mannschaft keine Auszeit mehr nehmen.
CEV hat noch keine Entscheidung zur Europapokal-Saison getroffen
Der Weltverband FIVB und der europäische Verband CEV haben in den vergangenen Monaten verschiedene Regelvarianten getestet. Je nach Wettbewerb und technischen Rahmenbedingungen kamen dabei unterschiedliche Tests zum Einsatz. Welche davon in der kommenden Europapokal-Saison gelten werden, hat die CEV noch nicht abschließend entschieden.
„Für die VBL sind die europäischen Clubwettbewerbe eine wichtige Orientierung. Vor allem die international vertretenen Bundesligisten sollen möglichst unter vergleichbaren Bedingungen spielen. Gleichzeitig ist für uns entscheidend, dass alle Beteiligten zum Saisonstart wissen, welche Regeln gelten. Da der Spielbetrieb in Deutschland nun beginnt, musste die VBL bereits jetzt eine Entscheidung treffen“, erklärt VBL-Geschäftsführer Daniel Sattler. Diese basiert auf der Annahme, die für die europäischen Wettbewerbe derzeit als die wahrscheinlichste angesehen wird. Die endgültige Entscheidung der CEV wird im Herbst erwartet.
Bei allen genannten Anpassungen handelt es sich ausdrücklich um Regeltests für den VBL-Spielbetrieb. In den Dritten Ligen und tieferen Spielklassen sowie in den Jugendwettbewerben von DVV und Landesverbänden werden sie nicht eingeführt. Allgemeingültige Änderungen der offiziellen Volleyballregeln gibt es zur Saison 2026/27 nicht.
Gemeinsame Umsetzung zum Saisonstart
Die Bundesliga-Schiedsrichter:innen wurden im Rahmen ihrer Fortbildungsseminare geschult. Bei den ersten Saisonspielen werden sie die neuen Regelungen zudem vor Spielbeginn mit den Trainer:innen besprechen. Auch die Kapitän:innen werden bei der Auslosung auf die wichtigsten Punkte hingewiesen.
Weiterhin verstärkt geachtet wird auf das Verhalten gegenüber dem Schiedsgericht. Trainer:innen, die das Spielfeld oder die Wechselzone mit der klaren und offenkundigen Absicht betreten, sich über eine Schiedsrichterentscheidung zu beschweren, müssen mit einer Sanktion rechnen. Das gilt auch für Spieler:innen, die unter dem Netz hindurch das gegnerische Spielfeld betreten und sich dort gegenüber Gegenspieler:innen oder dem Schiedsgericht unangemessen verhalten.
Weitere Regeltests werden zunächst nicht übernommen
Weitere Varianten, die FIVB und CEV im Sommer getestet haben, übernimmt die VBL zunächst nicht. Dazu gehören unter anderem Regeltests zu Deckenberührungen, acht Spielerwechseln, dem getrennten Aufschlagen während des Einschlagens, der Mannschaftszusammensetzung bei nur einem Libero sowie zur Kommunikation zwischen Trainer:innen und Schiedsgericht.