Zwei große Persönlichkeiten des Volleyballsports zu Gast in Amberg
Bei der Deutschen Meisterschaft der U18-Volleyballer saßen zwei Ehrengäste des Volleyball-Verbands auf der Tribüne, die zu Amberg eine besondere Beziehung haben. Einer von ihnen befindet sich derzeit auf Abschiedstour.
„Regensburg ist zwar die Bezirkshauptstadt, Amberg derzeit aber die „Volleyball-Hauptstadt“ der Oberpfalz“, lobte der Volleyball-Bezirksvorsitzende Werner Schmitt in seinem Grußwort bei der Siegerehrung die herausragende Jugendarbeit beim VC DJK Amberg. Das honoriert auch gerade der Deutsche Volleyball-Verband. Er vergab nämlich das Austragungsrecht für die Deutsche Meisterschaft der U18-Jungs nicht nur für dieses Jahr, sondern auch gleich für zwei weitere Jahre.
Klar, dass der Nationaltrainer der U18-Volleyballer auch auf der Tribüne saß, um vor allem seine Nationalspieler zu beobachten. Dominic von Känel kennt Amberg sehr gut, ist von der Arbeit des VC DJK Amberg sehr begeistert. „Ich fühle mich sehr wohl in Amberg. Der VC DJK Amberg wird hier mit viel Herzblut und Leidenschaft geführt“, verteilte er Komplimente.
Von Känel kommt eigentlich aus Pfaffenhofen an der Ilm. Seine Volleyball-Karriere begann er in Dachau, wo ihn Trainerlegende Sepp Wolf sofort zum Co-Trainer für die 2.Liga beförderte. 2016 ernannte ihn, gerade mal 22 Jahre alt, der BVV zum Landestrainer Beachvolleyball. 2019 folgte er dem Ruf des DVV, wechselte nach Frankfurt als Nationaltrainer der U18-Jungs. Zweimal war von Känel schon mit seinem National-Team in Amberg, um sich mit einem Vorbereitungslehrgang für die Europameisterschaft vorzubereiten. Beide Male waren ein Länderspiel der Höhepunkt des Aufenthalts in Amberg, einmal gegen Frankreich, einmal gegen Tschechien.
Für den Bundestrainer ist natürlich der Termin hier in Amberg sehr wichtig. „Ich kann hier sehen, wie sich meine Spieler weiterentwickelt haben. Außerdem kann ich mich hier mit den Vereinstrainern und Spieler-Eltern austauschen“, sagt er. Das Niveau seiner Jungs des Jahrgangs 2007/08 beurteilt er als eher „durchwachsen“. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe man auch vor wenigen Wochen die Qualifikation für die WM verpasst.
Auf Abschiedstour durch die Volleyball-Bezirke befindet sich der BVV-Präsident Klaus Drauschke. Nach 14 Jahren wird er das Amt Ende Juni in andere Hände geben. Drauschke hat in seiner Amtszeit viel bewegt für den Volleyballsport. Zugute kam ihm dabei, dass er als Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Niederbayern sehr gute Beziehungen zum Kultusministerium besaß. Der Volleyballsport müsse sich aber weiterentwickeln, sagt der scheidende Präsident. „Volleyball muss den Weg zur Ganzjahressportart gehen“, fordert er. Dazu müsse der Verband ein Konzept entwickeln, wie Beachvolleyball durch Meisterschaften auf Vereinsebene gefördert werden könnte.
Vor über 50 Jahren begann die außergewöhnliche Karriere des BVV-Präsidenten als Trainer beim SV Lohhof. Als Auswahltrainer mit der Bayernauswahl beim Bundespokal die damals hochfavorisierte DDR-Nationalmannschaft geschlagen zu haben, bezeichnet er heute noch als sein schönstes Erlebnis. Mit ihm geht eine außergewöhnliche Persönlichkeit des Volleyballsports von Bord.
Autor: Gerd Spies